Für Musikübungsräume eignen sich unsere dickwandigen ehemaligen Schutzgebäude
(Bunker) aus Beton sehr gut. Kein neueres Gebäude wird den Anforderungen an auf Dauer gerecht und würde den Betrieb auch verteuern

Warum hat ein privater Vermieter Lust 6 Bunker, von ehemals 116 in Hamburg fertiggestellten ziv. Bunkern, mit Musik zu füllen?
1985 haben wir für unser Antic - Kaufhaus den Bunker in der Eiffestr. 634 als Lager von Privat erwerben können. Nachdem wir das Gebäude völlig entkernt hatten und dabei waren, es für unsere Verwendung umzubauen, gab es massive Nachfragen von Musikbands.
DM 50,-- monatlich für Miete plus Nebenkosten pro Person waren das Angebot.
Für 4 Personen ca. 16 qm , für 5 Pers. ca. 20 qm , für 7 Pers. ca. 27 qm und viele wollten noch untervermieten.
Auf dieser Mietgrundlage haben wir uns entschlossen, das Lager für unsere Antiquitäten in eine ländliche Scheune zu verlegen und den Bunker für Musiker herzurichten. Das war ein Kraftakt bei dem Umbau ohne Aufzug.
Beim Entkernen haben Hilfskräfte den Abbruch per Eimer über die Treppen in Container entsorgt; beim Einbau wurden Steine und Türen per Hand über die Treppen in die Etagen gebracht. Der Kalk von den Wänden im Treppenhaus wurden mit einem Wasserhochdruckreiniger gelöst und lief unten aus dem Gebäude. Es dauerte Wochen bis alles wieder trocken war.
Die Mieter zogen fast alle auf einmal ein und haben sich die nackten Betonräume mit viel Arbeit und Geschick eingerichtet.
Es hat viel Freude bereitet zu sehen wie der Bunker von jungen Leuten angenommen wurde.

Über den Aufwand einen Bunker umzubauen, um ihn sinnvoll nutzen zu können

Da die Schutzräume in der Regel nur 8 - 10 qm groß waren haben wir unter großem Aufwand den Bunker entkernt. (Alle nicht tragenden gemauerten Wände, sämtliche Elektrik und Holztüren wurden abgebaut und entsorgt) Fluchtwege, feuerhemmende Türen und eine Notbeleuchtung wurden eingebaut. Für jede Etage wurde eine Toilette installiert und vieles mehr.
Da viele Mieter beim Ausbau Ihrer Räume bei der Elektrik und der Dämmung schludern, bauen wir seit Jahren die Wände und die Böden der Räume selbst mit natürlichen Dämmplatten aus. Die Elektrik ist auf dem neuesten Stand und die Räume verfügen über genügend Lampen und Steckdosen. Bei Bedarf wird nachbereitet.

Was bedeutet das Wort "Bunker"?

Mit dem Wort Bunker verbindet heute fast jeder junge Mensch sofort eine Verbindung zu dicken Wänden, zu lauter Musik, letztendlich zum Musikbunker.
Wenn er dann aber zum ersten Mal solch einen Bunker betritt, hören wir ihn oftmals ehrfürchtig sagen: so also sieht ein Schutzbunker von Innen aus!

Die alten Lexika kennen den Begriff "Bunker" lediglich als Bezeichnung für den Kohlenraum auf Dampfschiffen, die gibt es aber schon lange nicht mehr, später war es der Vorratsraum für Massen- Güter und für Schutzanlagen.
Der Bombenkrieg des Zweiten Weltkrieges und die Bunker standen nicht nur für den immensen Einsatz von Technik und Material mit der Folge enormer Zerstörung, sondern auch für einen Schritt auf dem Weg zum "TOTALEN KRIEG".
Bisher kämpfte der Soldat im Felde; alles andere galt als Verstoss gegen die Ethik des bewaffneten Kampfes. Der Soldat sollte im Feld die Heimat, die Familien sowie das Volk schützen.
Der Bombenkrieg veränderte die Begriffe. Die Zivilbevölkerung hatte nicht nur eine Hauptlast des Krieges durch die Produktion von Kriegsmaterial zu tragen, sondern spürte auch die gewaltige Gegenwehr und als deren Folge die totale Zerstörung und über 48 t Luftkriegstoten in Hamburg. Die Bunker spiegeln nicht nur Aspekte der Kriegsgeschichte, sondern auch der Technikgeschichte, der Baugeschichte, der Frauengeschichte, der Psychologie, der Umweltgeschichte und sogar der Kunstgeschichte über mehr als 50 Jahre wieder.
Die Geschichte der Bunker in Deutschland beginnt bereits vor dem Zweiten Weltkrieg und hält bis heute an, da noch zahlreiche Bunker auf unterschiedlichste Weise genutzt werden, oder verharren in Wartestellung auf die Freigabe aus dem Zivilschutz.

Mit Musik geht alles besser!

Viele Diskussionen gab und gibt es um den Erhalt und Nutzung von Bunkern.
Die einen möchten sie als Mahnmal im Originalzustand belassen, die anderen
möchten sie als Kunstobjekt nutzen und dadurch besonders kenntlich machen - wiederum andere wollen die Bunker zum Zivilschutz erhalten oder abreissen. Wir nutzen unsere Bunker für unsere Zwecke und wir freuen uns, dass die Möglichkeit besteht, vielen Menschen eine relativ günstige Gelegenheit zu geben, sie mit Musik zu füllen und die Räumlichkeiten von unserer Seite aus so angenehm wie möglich zu gestalten.
Wir denken im Sinne von Gustav Heinemann "Der Frieden ist der Ernstfall in dem wir uns bewähren müssen. Nach dem Krieg gibt es keine Existenz mehr.